Die Champagne neu auf der UNESCO Welterbeliste

Champagne
Riceys - Champagne


Mehr als 1000 Namen stehen mittlerweile auf der Welterbeliste der UNESCO. Nun ist auch die Champagne mit im Bunde! Aufgenommen wurden sowohl die Weinberge wie auch Winzerhäuser und Winzerkeller der Champagne, denn wie schon in der Bewerbung erwähnt, sind sie Geburtsort, Herstellungsort und Ort der Vermarktung des berühmten Schaumweins.Die französische Regierung hatte Anfang 2014 eine Bewerbung eingereicht, um das herausragende natürliche und kulturelle Erbe der Champagnerherstellung zu schützen und aufzuwerten. Bereits 2008 gründete sich ein Verein der Landschaften der Champagne. Über 18 Monate prüfte ein unabhängiges Expertenteam ICOMOS die Bedingungen und legte schließlich seine Empfehlungen vor. Die Aufnahme ins Weltkulturerbe umfasst insgesamt drei Orte:


Die „Avenue de Champagne“ in Epernay, die königliche Straße der Hauptstadt des Champagners


Sowohl über der Erde als auch im Untergrund schlummert in dieser « Avenue » ein außerordentliches Kulturerbe. Die Champagnerkeller wurden ab dem 18. Jahrhundert und während des gesamten 19. Jahrhunderts gegraben. Lange Stollen wurden angelegt, einige von ihnen sind direkt mit dem Kanal oder der Eisenbahnstrecke verbunden. Die Champagnerhändler, die sich in dieser Straße ansiedelten, haben großartige Produktionsstätten errichtet. Im 19. Jahrhundert kamen dann Residenzen hinzu, die beeindruckendsten unter ihnen werden auch „Chateaux“ genannt. Die Champagnerhändler begeisterten sich für diese Straße und so kam es dort zu einer regelrechten Anhäufung von Champagnerhäusern. Durch die hübschen Gebäude, die schönen Parks, ihre Zugänge zu den Weinhängen und eine erst kürzlich erfolgte Neugestaltung, steht diese Straße repräsentativ für die immense Bedeutung des Champagnerhandels.


Der Hügel Saint Nicaise, die Kalksteinhöhlen und die Champagnerhäuser


Dieser Ort ist typisch für die Champagnerherstellung und den Einfluss der Champagnerhäuser auf die städtebauliche Infrastruktur. Er ist auch typisch für das „Genie der Champagne“ und für die neue Verwendung alter, lange vergessener Kalksteinhöhlen als Champagnerkeller. Hier sind alle Bestandteile der industriellen Champagnerproduktion vereint: der Weinberg, weite, öffentlich zugängliche Anlagen und große Parks, die Nähe zum Kanal und den Ausfallstraßen für den Handel, ein Ensemble von antiken und mittelalterlichen Kalksteinkellern, Keller die im 19. Jahrhundert gegraben wurden und Verbindungsstollen, die als Bereiche zur Weinbereitung und als Lagerplatz benutzt wurden.


Die historischen Weinhänge, die Wiege des Champagners


Die Weinberge, das architektonische Kulturerbe und die Champagnerkeller zeigen die gesamte Produktionskette des Champagners. Die Gebäude in den Dörfern veranschaulichen deutlich das Gesamtbild des Berufszweiges: Weinpressen, Winzerhäuser, Genossenschaften und Champagnerhäuser mit Produktionsanlagen, Kellern und Gebäuden voller Prestige.Die Weinhänge zwischen Cumières und Mareuil-sur-Aÿ gelten als Wiege des berühmten Schaumweines. Auch die Abtei von Hautvillers ist ein Zeugnis der sehr alten Weinbaugeschichte. Hier hat der Benediktinermönch Dom Pérignon eine sehr wichtige Rolle für die Entwicklung des Champagners gespielt. Zudem weist dieser Abschnitt die charakteristischen Merkmale der Weinberge der Champagne auf: Allgegenwärtigkeit des Kreidebodens, Ausrichtung und Struktur der Dörfer, Nutzung des Bodens und Monokultur.Die Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe ist auch eine Ermutigung, die Anstrengungen zum Erhalt und zur Aufwertung der Weinbaulandschaften und für eine nachhaltige Bewirtschaftung vor Ort sowie international fortzusetzen.


Hier ein Video zur Champagne


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